NETZweh

Selten ohne Netz und doppelten Boden.

Terraria – Minecraft in 2D?

1 Kommentar

Als Minecraft Fan der ersten Stunde stieß ich irgendwann auf das “Minecraft Clone” beschimpfte Terraria. Da mir die Optik sehr gefiel und ich auch recht neugierig darauf war, wie sich Minecraft in 2D machen würde wurde es kurzer Hand gekauft und angespielt.

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Mein erstes Fazit war: Interessant, aber ein Funke wollte trotzdem nicht überspringen :( Ich glaube es lag an der Steuerung. Es war schon frustrierend für mich als Grobmotoriker in irgendwelchen Höhlen fest zu sitzen und zu versuchen in Jump & Run Manier der Dunkelheit zu entkommen. Auch das Bauen NPC tauglicher Häuser wollte mir nicht so recht gelingen. Außerdem kreisten in meinem Hinterkopf auch noch diverse Szenen irgendwelcher Massenschlachten oder Bosskämpfe herum. Ich konnte, oder wollte, mir nicht vorstellen das mir dies Spaß machen könne.

Einige Monate später weckten dann die Teaser Screenshots zum 1.1 Update wieder mein Interesse. Das Minecraft Release hatte mich ja irgendwie enttäuscht, überall lose Enden die nur umständlich mit Mods zu einem mir gefallenen Gesamtbild geflickt werden mussten. Also wurde tapfer auf den 1. Dezember gewartet. Und ich wurde nicht enttäuscht :)

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In Null-Komma-Nix stand die erste Holzhütte für den Berater und mein Arbeitszimmer im Keller. Kurze Zeit später kam ein weiteres Hüttchen als provisorisches Lager hinzu. Schließlich musste ich den ganzen Kram, der einem allein schon beim Erforschen der Landschaft in die Hände fiel auch irgendwo gelagert werden. Stück für Stück wurden alle nötigen Erze für die nächstbessere Ausrüstung ausgebuddelt. Hier gab es dann auch schon die erste Überraschung: meine hergestellten Güter hatten Boni o.O Neuer Plan also, von allem mindestens 3 Stück herstellen und dann das mit den besten Werten behalten.

Das Buddeln und Erforschen der Höhlen erschien mir anfangs nicht anders als auch in Minecraft. Alle paar Meter ne Fackel aufstellen und ständig im Hinterkopf behalten, das man ja auch irgendwann wieder herausfinden müsse. Allerdings fand ich in Terraria ständig einen Vorwand noch ein Stückchen weiter zu Erkunden. Ein blau erleuchtetes Pilzhöhlchen hier, eine versteckte Schatztruhe oder gar ein Herz dort. Durch die Lichtengine des 1.1 Updates gab es eigentlich immer irgendwas bunt aufleuchtendes, das man doch noch schnell erkunden könne. Als ich dann auch endlich von einem unvorsichtigen Skelett das nötige Bauteil für den Wurfhaken bekam, war ich mit der Jump & Run Steuerung endlich komplett auf Du und Du :)

Nachdem dann eine Zufallsbegegnung mit dem ersten Boss meine Rachegelüste geweckt hatte, entpuppte sich auch das Kämpfen als gar nicht so uninteressant. Bisher hatte ich ja nur ein paar Kopfnüsse mit meinen Breitschwertern austeilen müssen. Dem fliegenden Auge war mit diesem allerdings nicht beizukommen. Aber zum Glück gabs ja auch Pfeil und Bogen! Dazu ein paar auserwählte Tränke und immer schön in Bewegung bleiben… genial :)

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Gut, ich könnte jetzt glatt noch ein paar Seiten lang über meine Erlebnisse und Überraschungen berichten. Aber das erspare ich Euch und meiner Tastatur. Letztendlich kann ich ruhigen Gewissens behaupten, Terraria mag ja anfangs bei vielen wie irgendein Minecraft Clone in 2D herüber gekommen sein. Aber dieser “Makel” ist schon längst Geschichte! Für mich wichtige Bestandteile des Survivelmodus wurden bei Terraria sehr gut und vor allem interessanter umgesetzt, als sie es noch immer in Minecraft sind. Die Charakterentwicklung durchs Sammeln von Sternschnuppen und dem Ausbuddeln von Herzen, passt viel besser als für Erfahrungspunkte blöde auf die immer gleichen Gegner zu prügeln. Das Craften immer besserer Ausrüstungsgegenstände gefällt mir auch mehr als im Eilflug Vorräte an Diamantwerkzeugen und Rüstungen zu produzieren, weil diese alle Naselang auseinanderfallen. Das Erforschen der Höhlen ist abwechselungsreicher und man freut sich dann ganze Kekstüten wenn man in einer Goldtruhe ein richtig nützliches Accessoire gefunden hat.

Leider hat man aber auch in Terraria irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht. Gerade der härtere Schwierigkeitsgrad nach dem Besiegen der Wall of Flesh, konnte nicht mehr so recht überzeugen. Man farmt sich stur (und unter tausenden von Toden… bin innerhalb einer halben Stunde Hardmode öfter gestorben als in den sieben Tagen zuvor o.O) durch schon zuvor erforschte Höhlen und kommt kaum an die 3 neuen Erze, so viele zähe Gegner prügeln da auf einen ein. Im Großen und Ganzen kam mir der Hardmode vor wie eine komprimierte Variante der gesamten Spielzeit bis zum Besiegen der Wall of Flesh. Jedenfalls im Einzelspielermodus, in einer Mehrspielerwelt macht er bestimmt mehr Spaß.

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Lassen wir uns einfach überraschen was uns weitere Updates bringen und vielleicht finde ich in der Zwischenzeit auch einen netten Server auf dem man gemeinsam einem neuen Charakter anfangen kann ;)

Autor: Matthias

Seit ich vor gefühlten 100 Jahren meinen Commodore 64 zu Weihnachten bekam, bin ich dem Thema Computer total verfallen. Als dann viele Jahre später das Internet anfing allgegenwärtig zu werden, war mir klar - ich kann / will auf diesen ganzen modernen Kram nicht mehr verzichten ;)

Ein Kommentar

  1. Hallo Matthias,

    hast du inzwischen noch einmal Terraria gespielt? Die Version 1.2 ist nun ja schon gut ein Jahr zu haben und die letzte Version (1.3) wird auch nicht mehr lange dauern. Dann geht es weiter mit Terraria 2, aber das dauert dann wohl doch noch etwas länger, sowie die Entwickler erzählt haben.

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